Stuttgart führt erstmals den Smart City Index des Digitalverbands Bitkom an. Die baden-württembergische Landeshauptstadt erreicht 92,8 von 100 Punkten und verdrängt München mit 92,0 Punkten auf Rang zwei. Hamburg folgt mit 91,5 Punkten vor Nürnberg und Düsseldorf.
83 Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern ausgewertet
Im Smart City Index wurden alle 83 deutschen Städte mit mindestens 100 000 Einwohnern untersucht. Stuttgarts Stärke liegt vor allem in der Breite: Als einzige Stadt landet sie in allen fünf untersuchten Bereichen unter den besten zehn. Bei Energie und Umwelt steht sie an der Spitze, in der Verwaltung auf Rang drei. Bewertet wurden außerdem IT und Kommunikation, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. Insgesamt steigt das Digitalisierungsniveau weiter. Im Durchschnitt erreichen die Städte 73,8 Punkte, drei mehr als im Vorjahr. Auch die Spitze rückt enger zusammen.
Große Sprünge machen Städte aus dem Mittelfeld
Besonders große Sprünge machen beim diesjährigen Index mehrere Städte aus dem Mittelfeld: Erlangen und Hildesheim verbessern sich jeweils um 19 Plätze. Erlangen punktet mit vollständig elektronisch angebotenen Verwaltungsleistungen nach Onlinezugnagsgesetz (OZG) sowie digitalen Termin- und Bezahlverfahren. Hildesheim setzt laut Bitkom flächendeckend auf E-Akte, Dokumentenmanagement und KI. Mönchengladbach steigt um 18 Plätze auf Rang zwölf, unter anderem dank KI-gestützter Verkehrssteuerung.
Dass gute Einzellösungen nicht automatisch einen Spitzenplatz garantieren, zeigen Krefeld und Darmstadt: Krefeld erreicht gemeinsam mit Nürnberg in der Verwaltung die Höchstwertung, landet insgesamt aber nur auf Rang 45. Darmstadt führt bei Gesellschaft und Bildung, kommt im Gesamtranking jedoch nur auf Platz 28.
Smart-City-Förderung
Der Bitkom warnt zugleich vor einem Auslaufen der Smart-City-Förderung. Viele Projekte seien mit befristeten Bundesmitteln entstanden. Der Verband fordert deshalb eine dauerhaft finanzierte digitale Basisinfrastruktur, offene Standards und bessere Möglichkeiten, erprobte Lösungen einzukaufen, statt sie in jeder Kommune neu zu entwickeln. Grundlage des Indexes sind 14 442 Datenpunkte, 39 Indikatoren und 174 Einzelparameter. Alle 83 Städte beteiligten sich an der Datenerhebung.
Autor: Tim Bartels aus der Ausgabe 10/2026 der UmweltBriefe.
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Weiterführende Informationen:
Das Ranking können Sie als interaktive Karte einsehen unter: Smart City Index 2026 | Bitkom e. V.