Künstliche Intelligenz (KI) kann Texte zusammenfassen, Fragen beantworten, beim Schreiben helfen oder Informationen strukturieren. Doch jede KI-Anfrage benötigt Rechenleistung in großen Rechenzentren. Und die verbraucht viel Strom. Besonders aufwändig sind die Bilder- und Video-Produktion sowie Analyseaufgaben. Wer KI bewusst nutzt, kann ihren Energiebedarf aber zumindest begrenzen.
Rechenzentren sind digitale Daseinsvorsorge
Rechenzentren zählen längst zur digitalen Daseinsvorsorge und sind für die Elektronisierung von Verwaltungsdienstleistungen sowie für sämtliche Anwendungen in einer Smart City unverzichtbar. Mit Abstand der überragende Standort für die auch „Serverfarmen“ genannten Rechenzentren ist hierzulande das Rhein-Main-Gebiet und dort vor allem die Dienstleistungsmetropole Frankfurt. Die IT-Infrastrukturzentren dort verbrauchen enorme Mengen an Strom. Und dieser Bedarf steigt mit dem Ausbau von KI-Anwendungen weiter an. Experten schätzen, dass Rechenzentren heute bereits 40 Prozent des Frankfurter Stromverbrauchs ausmachen.
Wer kriegt das Wasser: Landwirte oder das Rechenzentrum?
Rechenzentren sind aber nicht nur Stromfresser. Auch der Wasserverbrauch wächst mit ihnen dramatisch: Für die Kühlung der Server werden Schätzungen zufolge 2030 voraussichtlich 664 Mrd. l Wasser nötig sein – viermal so viel wie heute. Besonders bedenklich: KI-Rechenzentren verbrauchen
doppelt so viel Wasser wie konventionelle Zentren. Und das oft in wasserarmen Regionen, was zu Konflikten führen kann. „Wer kriegt das Wasser: Landwirte oder das Rechenzentrum?“ fragt Greenpeace besorgt.
Auch in der Bevölkerung wird der hohe Verbrauch kritisch gesehen. Grundsätzlich abgelehnt werden Rechenzentren aber nicht. Vielmehr zeigt eine aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom ein ambivalentes Bild: 88 Prozent der Befragten finden, Rechenzentren verbrauchten zu viel Energie. Gleichzeitig würden 66 Prozent einem neuen Rechenzentrum am eigenen Wohnort positiv oder sogar sehr positiv gegenüberstehen; rund ein Viertel äußerte sich eher oder sehr negativ.
Laut der jährlichen Bitkom-Studie gab es 2025 rund 2.000 Rechenzentren mit mehr als 100 kW Anschlussleistung – darunter 100 Megaanlagen größer 5 MW. Alle Rechenzentren benötigten 21,3 Mrd. kWh Strom, 2024 waren es 20 Mrd., 2015 rund 12 Mrd. kWh. Zwei Drittel des Stroms gehen an Server, Speicher, Netzwerktechnik; ein Drittel entfällt auf Kühlung, Stromversorgung und Gebäudeinfrastruktur.
Auf KI-Anwendungen entfielen rund 530 MW der deutschen Rechenzentrumskapazität – das sind etwa 15 Prozent der gesamten Leistung. Bis 2030 erwartet Bitkom 2.020 MW. Dann könnten KI-Rechenzentren bereits 40 Prozent der deutschen Rechenzentrumskapazität ausmachen.
Autor: Tim Bartels.aus der Ausgabe 10/2026 der UmweltBriefe.
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Verbraucherzentrale RLP zu KI-Chatbots im Überblick: KI-Chatbots im Überblick: Was Sie über ChatGPT, Gemini & Copilot wissen sollten | Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
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Bitkom-Umfrage zu Rechenzentren und Energieverbrauch: Trotz Kritik am Energieverbrauch: Mehrheit offen für Rechenzentren vor der eigenen Haustür | Presseinformation | Bitkom e. V.
Bitkom-Studie Rechenzentren in Deutschland: Rechenzentren in Deutschland | Bitkom-Dataverse das Datenportal des Bitkom
Sieben Tipps für klugen und sparsamen Umgang mit KI
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1.
Nicht jede Suche braucht KI. Wer nur eine Adresse, Öffnungszeit oder einen einzelnen Fakt sucht, fährt mit einer klassischen Suchmaschine oft effizienter.
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2.
Präzise prompten. Je genauer die Anfrage, das „Prompting“ (lat. promptus: bereit) formuliert ist, desto eher könnte die erste Antwort passen. Hilfreich sind klare Vorgaben wie: „Erkläre das in fünf Sätzen“ oder „Nenne nur die drei wichtigsten Punkte“. Das reduziert weitere Nachfragen.
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3.
Bilder und Videos sparsam erzeugen. Bild- und Video-KI benötigen deutlich mehr Rechenleistung als Textanfragen. Ein KI-Bild zu erstellen, benötigt laut Utopia.de „so viel Energie wie eine halbe Smartphone-Ladung“. Und ein Clip von 5 Sekunden Länge soll 700-mal mehr Strom verbrauchen als ein Bild. Deshalb nur erzeugen lassen, was tatsächlich gebraucht wird.
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4.
Ergebnisse und Quellen prüfen. Antworten der KI-Modelle können unvollständig oder unangemessen sein. Sie stellen keine verlässliche Quelle oder professionelle Beratung dar. Bewerten Sie die Infos,
bevor Sie sie verwenden oder weitergeben. Schauen Sie in die mitgelieferten Quellen. -
5.
Urheberrecht und Rechte Dritter beachten. Wenn man KI-generierte Inhalte verbreitet, können Urheberrechte verletzt werden. Sehen Sie deshalb davon ab, geschützte Werke ins Prompting einzugeben, z.B. ganze Buchinhalte.
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6.
Alternativen zu Google nutzen. Wer beim Surfen auf KI-Funktionen verzichten möchte – Google liefert bei jeder Anfrage eine Zusammenfassung ihrer KI Gemini mit –, kann Suchmaschinen wie DuckDuckGo oder Startpage verwenden. Sie liefern klassische Ergebnisse und verbrauchen in der Regel weniger Energie.
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7.
Energiebedarf von KI wächst rasant. Selbst mit energieeffizienten Algorithmen wird der Strombedarf durch KI-Anwendungen steigen, da immer mehr Menschen KI im Beruf und privat nutzen. Die ChatGPT-Nutzung hat sich im April 2025 weltweit mit 5,1 Milliarden Besuchern innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Deshalb: KI dort einsetzen, wo sie wirklich Arbeit erleichtert. Für einfache Aufgaben genügt
oft ein einfacheres digitales Werkzeug