Die Preise für Photovoltaik fallen.
Die gute Nachricht: Die Preise für Photovoltaik-Module fallen.
23. Oktober 2023 | Bürgerinfo

Photovoltaik: Solaranlagen stecken an

Sonnenstrom vom eigenen Dach – das verspricht Unabhängigkeit von Energielieferanten und schwankenden Tarifen sowie ein gutes Klimagewissen. Und das Beste: Vieles ist in der Vergangenheit teurer geworden, doch für Photovoltaik-Anlagen gilt das nicht. Die Preise für die Module fallen.

Nachfrage nach Photovoltaik steigt

Beinahe alle Zeichen stünden weiter auf Wachstum, prophezeit der Bundesverband für Solarwirtschaft (BSW). Deutschlands Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen erhöhe sich in diesem Jahr das siebte Jahr in Folge prozentual zweistellig, die Nachfrage nach Solarbatterien gar im fünften Jahr exponentiell, schwärmt der BSW. „Solarsysteme sind preiswert, die Zahl der Fachkräfte steigt, die Liefersituation hellt sich auf und Marktbarrieren werden zunehmend abgebaut“, frohlockte zum Sommerbeginn Carsten Körnig. Der BSW-Chef präsentierte da eine Umfrage, die der Branchenverband beim Marktforscher YouGov in Auftrag gegeben hatte. Demnach können sich 77 Prozent der Hausbesitzer vorstellen, eine Solaranlage zur Strom- oder Wärmeerzeugung anzuschaffen. Mehr als jeder Fünfte der Eigentümer plane sie in den kommenden zwölf Monaten.

Von der Energiewende profitieren

In diesem Jahr erwartet der BSW für Photovoltaik-Anlagen ein zusätzliches Installationsvolumen von 30 Prozent gegenüber 2022 und stützt sich dabei auf seine Umfrage. Einen Stromspeicher wollen zudem 80 Prozent der Befragten. Deren Motivation: 61 Prozent geht es ums Vermeiden explodierender Strompreise, 52 Prozent wünschen sich Unabhängigkeit von gierigen Energieversorgern – und immerhin auch 39 Prozent wollen das Klima schützen. Und auch immer mehr Mieter wollen von der Energiewende profitieren und schaffen sich Mini-Solaranlagen für den Balkon an, sogenannte Steckersolargeräte. Auch hier sei die Nachfrage im dreistelligen Prozentbereich gestiegen. 2022 wurde rund 7 700 MW Photovoltaik-Leistung installiert, 2021 waren es 6 000 MW.

Solarenergie begreifbar machen

Wussten Sie, das Solaranlagen ansteckend sind? Das fragt der in Sachen Sonnenstrom stets bestens informierte und verlässlich beratende Solarenergie-Förderverein (SFV) aus Aachen auf seinen Webseiten. „Natürlich im positiven Sinne!“ Viele wissenschaftliche Studien bestätigten nämlich, so der SFV, dass die Nachbarschaft großen Einfluss auf den Ausbau der Solarenergie habe. „Wer vom eigenen Fenster aus eine Solaranlage sieht, beschließt mit größerer Wahrscheinlichkeit, auch eine auf das eigene Dach zu packen.“ Diesem ansteckenden Effekt will der SFV auf die Sprünge helfen und hat eine sogenannte „Packsdrauf “-Initiative ins Leben gerufen. Dabei wollen die Aachener Solarpartys veranstalten, auf denen Besitzer von Solaranlagen ihre Module interessierten Gästen zeigen und zugleich von ihren Erfahrungen berichten. Zusätzlich gesellen sich Solarbotschafter vom Förderverein dazu und bringen das Fachwissen zur Photovoltaik in die Nachbarschaft. So will man die Solarenergie „begreifbar“ machen. Das sei wichtig, heißt es beim SFV, „denn nur wenige Menschen kennen eine Solaranlage aus der Nähe“. Viele seien dann erstaunt, wie wenig Platz sie brauche, wie leise sie sei, wie klein die Batterie und wie leicht die Bedienung im Alltag.

Solarentwicklung in Deutschland

* Von Januar bis Juli 2023 sind rund 593 000 neue Solaranlagen mit 7 927 MW Leistung ans Netz angeschlossen worden. Im sonnigen Juni 2023 war die Photovoltaik für mehr als 30 Prozent der öffentlichen Nettostromerzeugung verantwortlich.
* Insgesamt produzieren derzeit 3,3 Millionen Solaranlagen Ökostrom; die installierte Leistung erreicht knapp 75 500 MW. Zum Vergleich: Die rund 28 500 Windräder leisten knapp 60 000 MW. Im 1. Quartal 2023 stammten 32 Prozent des Stroms aus Windenergie.
* Die meiste PV-Leistung wurde von Januar bis Juli mit rund 1 980 MW in Bayern instal-liert. Es folgen NRW (1 340 MW), Baden-Württemberg (1 050 MW), Niedersachsen (740 MW) und Brandenburg (610 MW).
Quelle: IWR nach BNetzA/Deutsche WindGuard.

Autor: Tim Bartels,  UmweltBriefe, Oktober 2023


Zur Kampagne Pack’s drauf:  PacksDrauf

Zum Solarenergie Förderverein geht ́s unter: SFV Startseite

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) informiert unter:  Start | Bundesverband SolarwirtschaftBundesverband Solarwirtschaft

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Schritte zur eigenen Photovoltaik-Anlage

  1. 1.

    Solarkataster. Ob Ihr Gebäude für Photovoltaik geeignet ist und wieviel Strom sich dort erzeugen lässt, sagt Ihnen ein Solarkataster. Erstellt haben solche kostenlosen Tools z.B. Geoplex (Ba-Wü, Bremen, Thüringen u.v.w. Regionen), IP Syscon (NRW, Rh-Pf, Sach-sen, Berlin) und Tetraeder.solar (große Teile Bayerns, NRWs u.a. Städte und Landkreise)

  2. 2.

    Eigenverbrauch oder Einspeisung. Es lohnt sich, einen Teil des produzierten Stroms selbst zu verbrauchen. Was nicht ge-nutzt wird, wandert ins Netz. Vorteil dieser Überschusseinspeisung: Die Produktion je-ner Kilowattstunde kostet Sie auf 20 Jahre berechnet nur zwischen 10 und 16 Cent, also sehr viel weniger als der Versorger verlangt (Stand 09/2023 knapp 30 Ct/kWh)

  3. 3.

    Einspeisevergütung. Jede ins Netz fließende Kilowattstunde wird 20 Jahre lang mit 8,2 Cent vergütet (bis 10 kWp). Über 10 kWp gilt ein niedrigerer Satz.

  4. 4.

    Beratung. Zur Eignung des Dachs und zur Größe der PV-Anlage sollten Sie sich unbedingt beraten lassen. Zum Beispiel von der Verbraucherzentrale. Das kostet Sie max. 30 Euro. Streben Sie Unabhängigkeit vom Stromanbieter an, sollte die Leistung Ihrer Anlage mind. Ihrem Jahresverbrauch entsprechen. Das meint: Wenn Sie 4 000 kWh verbrauchen, sollte Ihre PV-Anlage mind. 4 Kilowatt-Peak (kWp) leisten.

  5. 5.

    Förderprogramme. Ihre Hausbank hilft bei der Wahl des passenden Kredits. Förderungen bieten auch Kommunen, Kreise, Bundesländer an. Beim Bund gibt es das Kf W-Förderprogramm 442: Solarstrom für Elektroautos. Es war schnell überzeichnet und die 300 Mio. Euro ausgeschöpft; 2024 sollen noch mal 200 Mio. Euro kommen. Haken daran: Sie müssen neben der PV-Anlage (für eine 7 kWp-Anlage, die z.B. 10 500 Euro kostet, gäbe es 4 200 Euro Zuschuss) auch zwingend einen Batteriespeicher und ein E-Auto-Ladegerät (Wallbox) anschaffen. Dann sind bis 10 200 Euro drin

  6. 6.

    Netzanschluss und Marktstammregister. Ihr Netzbetreiber ist verpflichtet, sie anzuschließen (für 100 bis 150 Euro), und muss mitteilen, wie lange es dauert. Danach müssen Sie Ihre Anlage unter https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR bei der Bundesnetzagentur anmelden.