Im Zuge der Digitalisierung wächst der Verbrauch an Batterien und Akkus. Um Mensch und Umwelt zu schützen und deren wertvolle Rohstoffe wiederzugewinnen, müssen sie getrennt gesammelt werden. Doch immer noch landen viel zu viele Altbatterien im Hausmüll, in der Gelben Tonne oder schlimmer noch: achtlos in der Umwelt.
Pflicht, Batterien zu recyceln
Laut des im Oktober 2025 in Kraft getretenen Batterierecht-Durchführungsgesetzes (BattDG) dürfen Altbatterien nicht im Restmüll entsorgt werden. Der darin formulierte Paragraf 6 Absatz 1 regelt die Pflichten des Endnutzers so: Sie „haben Altbatterien einer vom unsortierten Siedlungsabfall getrennten Erfassung zuzuführen“.
Wer nimmt Altbatterien zurück?
Wer nimmt sie zurück? Händler und Wertstoffhöfe sind dazu verpflichtet, vom Endnutzer Altbatterien „unentgeltlich zurücknehmen“ (§14 BattDG für Handel und §15 für kommunale Sammelstellen). Sie sind also qua Gesetz dazu angehalten, alte Batterien und Akkus in separate Sammlungen zu geben. Die Geschäfte müssen Sie beim Kauf neuer Geräte oder Batterien durch entsprechende Hinweise über Ihre Rückgabepflicht informieren. Insbesondere sollte dabei ein Fokus auf die besonderen Gefahren durch Lithium-Ionen-Batterien gelegt werden, findet die Deutsche Umwelthilfe, „denn häufig werden diese Batterien gemeinsam mit Elektrogeräten falsch entsorgt“.
Lithium-Ionen-Batterien sind unter Umwelt- und Gesundheitsaspekten besonders problematisch, da sie viele kritische Rohstoffe wie Lithium, Mangan, Nickel, Kobalt und Kupfer enthalten und bei falscher Entsorgung Brände verursachen können.
Nun werden Altbatterien auch schon kräftig gesammelt und recycelt. „Alle Rücknahmesysteme und Recyclingbetriebe von Altbatterien in Deutschland übertreffen die EU-Mindestziele“, heißt es beim Umweltbundesamt. Seit vielen Jahren werden über 50 Prozent Sammelquote erreicht.
Jede zweite Batterie nicht fachgerecht entsorgt
Dass bedeutet aber auch, dass fast jede zweite Geräte-Batterie nicht ordnungsgemäß zurückgegeben und wiederverwertet wird. Zudem müssen gemäß EU-Batterieverordnung bis Ende 2027 für Gerätealtbatterien 63 Prozent Sammelquote erreicht werden und bis Ende 2030 schließlich 73 Prozent. Für die Ausgestaltung der Batteriesammlung bleiben die Mitgliedstaaten verantwortlich.
Öko-Design: Wiederverwendbarkeit bei der Herstellung schon berücksichtigen
Es bedarf also noch besserer Aufklärung und Motivation dazu, Altbatterien richtig zu entsorgen und vor den Gesundheits- und Umweltgefahren zu warnen, die von Blei-Säure- oder Nickel-Cadmium-Altbatterien, aber insbesondere von lithiumhaltigen Akkus ausgehen. Um die hohen Umweltauswirkungen durch Gerätebatterien zu verringern, braucht es zuvorderst mal ein gutes Ökodesign, schlagen Umweltverbände vor: Batterien müssen möglichst langlebig, wiederverwendbar und recycelbar gestaltet werden.
Das Batteriegesetz fordert für Geräte- und Altbatterien eine Mindestsammelquote von 50 Prozent. Wird das erreicht? 2024 wurden in Deutschland laut Umweltbundesamt 59.496 t Gerätebatterien in Verkehr gebracht; zurückgenommen wurden 31.898 t. Sammelquote demnach: 53,8 %. Im Jahr zuvor waren es nur 50,4 %. Von den gesammelten Altbatterien wurden exakt 100,0 % verwertet bzw. recycelt. Für 2025 berechnete die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Sammelquote von 56,0 % bei 68.900 t in Verkehr gebrachten Gerätebatterien. Heißt im Umkehrschluss: 44 % der Altbatterien wurden falsch entsorgt!
Autor: Tim Bartels.aus der Ausgabe 7/8 der UmweltBriefe.
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Batterien und Akkus richtig nutzen und fachgerecht entsorgen – Tipps vom Umweltbundesamt: Batterien und Akkus richtig nutzen und fachgerecht entsorgen | Umweltbundesamt
Allgemeine Information zur Lagerung und Entsorgung von Batterien: Alles rund um Batterie Lagerung, Entsorgung und Recycling |
Informationen zu Gerätebatterien der Deutschen Umwelthilfe (DUH): Gerätebatterien – Deutsche Umwelthilfe e.V.
Alles über Altbatterien: Altbatterien | Umweltbundesamt
Tipps zur Batterie-Entsorgung
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1.
Altbatterien kostenlos abgeben. In Drogerien, Supermärkten, Elektrogeschäften, Tankstellen stehen Sammelboxen für die Kunden. Auch Wertstoff- und Recyclinghöfe nehmen selbstverständlich ausgediente Batterien an. Sind Batterien und Akkus fest verbaut und das Gerät nicht mehr zu reparieren, muss es komplett entsorgt werden. Damit man die wertvollen Bestandteile des Elektrogerätes recyceln und als Sekundärrohstoffe erneut einsetzen kann, sollten Sie es entweder im Handel zurück- oder auf Wertstoff- und Recyclinghöfen abgeben.
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2.
Zu Hause sicher sammeln. Unterschiedliche Batteriearten getrennt lagern: So ist es einfacher, neue und gebrauchte Batterien zu unterscheiden. Neue lassen sich am besten Ort in ihrer Originalverpackung bei Raumtemperatur an einem trockenen aufbewahren. Niemals aber in einem Metallbehälter oder zusammen mit anderen Metallgegenständen. So verhindert man, dass volle und leere Batterien miteinander reagieren und es zu Kurzschlüssen, Selbstentzündung und Ladungsströmen kommt.
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3.
Umgang mit ausgelaufenen Batterien. Hin und wieder laufen gebrauchte Batterien aus und sondern eine kristalline Flüssigkeit ab. Dann gilt: Nur mit Handschuhen anfassen und die Flüssigkeit vorsichtig mit einem feuchten Tuch aufwischen. Sollten Sie mit den ausgelaufenen Komponenten in Kontakt gekommen sein, waschen Sie sich danach gründlich die Hände und auch die Kleidung, wenn sie mit dem Elektrolyten in Kontakt gekommen ist.
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4.
Brandgefahr durch lithiumhaltige Batterien und Akkus. Sie stecken in Smartphones, Notebooks, Akkuschraubern, Digitalkameras, E-Bikes und E-Autos. Wenn Entsorgung ansteht, ist Vorsicht geboten, denn dann können Lithium-Ionen-Batterien brandgefährlich werden. Mechanische Beschädigungen und thermische Einwirkungen können zum Kurzschluss, zu Brand oder Explosion führen. Lithium-Ionen-Batterien immer an Sammelstellen abgeben. Diese finden Sie in Läden, wo es Geräte damit gibt. Außerdem können Sie diese Batterien auch beim Wertstoffhof abgeben.
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5.
Batterieverbrauch verringern. Kaufen Sie nach Möglichkeit netzbetriebene und batteriefreie Geräte. Sofern es nicht ohne Energiespeicher geht, sind Akkus anstelle von Batterien die bessere Wahl.