Klimaschutz durch Videokonferenzen funktioniert nur, wenn sie Dienstreisen ersetzen.
Klimaschutz durch Videokonferenzen funktioniert, wenn sie Dienstreisen ersetzen. Foto: AdobeStock
25. März 2021 | Aktuelles

Klimaschutz durch Zoom, Teams & Co

Video-Calls statt Dienstreisen

Seit 20 Jahren ist die Technik dazu vorhanden, doch erst seit der Corona-Pandemie kommen Videokonferenzen „auf Arbeit“ oder im Homeoffice verstärkt zum Einsatz. Und sie leisten einen Beitrag zum Klimaschutz: Mit nur rund 1 kg CO₂-Ausstoß am Laptop, Rechner oder Tablet sind sie deutlich klimafreundlicher als Dienstreisen mit Flugzeug (470 kg CO₂ für Stuttgart-Berlin und zurück von zwei Personen), Auto (380 kg) oder Bahn (65 kg). Doch werden Geschäftsreisende auch nach der Pandemie dabei bleiben?

Nachgefragt

Nachgefragt bei 500 Geschäftsleuten, die 2019 noch regelmäßig (bis zu 50 000 km pro Jahr) unterwegs waren, hat das Borderstep-Institut für Innovation und Nachhaltigkeit in Kooperation mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD). Die Befragung wurde vom BMBF gefördert.  Ein Drittel der Befragten erwartet, dass sie in Zukunft nicht mehr reisen müssen, weil ihre Meetings immer virtuell stattfinden werden. „Dies könnte die Treibhausgasemissionen um zirka drei Millionen Tonnen pro Jahr senken helfen“, sagt Studienautor Jens Clausen.

Rebound-Effekte

Den Anreiz für Videokonferenzen bilde der Gewinn an Arbeits- und Freizeit sowie die Kosteneinsparung für den Arbeitgeber. Und wie wirkt sich das Homeoffice aus? Ob dadurch der CO₂-Ausstoß sinkt, sagt Clausen, lasse sich noch nicht klären. Zwar pendelten Menschen derzeit seltener ins Büro. Doch „dafür nutzen sie dann aber häufiger als zuvor das Auto, um eine Infektion zu vermeiden“, gibt VCD-Experte Michael Müller-Görnert zu bedenken. Trotz dieses zusätzlichen PKW-Verkehrs konnte das zunehmende Homeoffice in Deutschland immerhin aber 1,5 Mio. t CO₂ vermeiden, errechnete das Borderstep-Institut. Diese Treibhausgaseinsparung könnte aber durch Rebound-Effekte wieder zunichte gemacht werden: etwa durch zusätzliche Fahrten für Besorgungen, die früher beim Pendeln mit erledigt wurden; oder durch das Anmieten größerer Wohnungen, um mehr Platz fürs Homeoffice zu schaffen.

Mehr zum Projekt „Klimaschutzpotenziale der digitalen Transformation“ finden Sie unter  www.borderstep.de/projekte/klimaschutzpotenzialeder digitalen transformation

Die Umfrageergebnisse finden Sie unter  www.vcd.org/videokonferenzen

Autor: Tim Bartels, aus  UmweltBriefe, März 2021.

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