Klimaanpassung: Teamarbeit ist alles
Klimaanpassung funktioniert nur im Team: Bild: John, AdobeStock, KI-generiert
27. November 2025 | Bürgerinfo

Klimaanpassung: Teamarbeit ist alles

Warum Klimaanpassung jetzt entscheidend ist

Der Klimawandel ist längst in unserem Alltag angekommen: mit häufigeren Starkregenereignissen, längeren und intensiveren Hitzewellen, neuen gesundheitlichen Risiken durch Arten wie die Tigermücke sowie psychischen Belastungen, wirtschaftlichen Schäden und dem Verlust der biologischen Vielfalt. Die Folgen betreffen jede und jeden Einzelnen ebenso wie unsere gesamte Gesellschaft und verlangen nach entschlossenem Handeln. Klimaanpassung bedeutet, sich auf diese Veränderungen einzustellen, Risiken zu mindern und Lebensqualität und Wohlstand auch in einer wärmeren Zukunft zu sichern.

Was bedeutet Klimaanpassung konkret?

Dabei geht es sowohl um Maßnahmen als Reaktion auf bereits eingetretene Veränderungen als auch um die Vorbereitung auf zukünftige Entwicklungen. Die Möglichkeiten reichen von technischen Lösungen über organisatorische Anpassungen bis hin zu Verhaltensänderungen wie Hitzeschutz, Vorsorge für Extremwetter oder dem Umgang mit neuen Gesundheitsrisiken. Besonders wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass es nicht die eine wichtigste Maßnahme gibt. Genauso vielfältig wie die Klimafolgen sind auch die notwendigen Anpassungsstrategien.

Positiv ist jedoch: Wir müssen nicht auf neue Durchbrüche warten. In nahezu allen Lebensbereichen stehen schon heute wirksame Maßnahmen bereit, die wir auf persönlicher Ebene umsetzen können.

Buchtipp „Eis gegen Heiss“

Das Buch „Eis gegen Heiss“ des Autorenteams aus den Bereichen Wissenschaftskommunikation, Friedens- und Konfliktforschung, Psychologie und Energiesystemmodellierung zeigt mit der Unterstützung von mehr als 70 Forscher:innen, wie wir uns besonders auf persönlicher Ebene an die Folgen der Erwärmung anpassen können.

Die Stärken des Buches liegen klar in kurzen Texten, die mit guten Illustrationen trotz Krisenthema Spaß beim Lesen bereiten. Spannend ist auch, dass es Themen enthält, die man auf den ersten Blick nicht erwarten würde – etwa die Auswirkungen der Erwärmung auf unsere psychische Gesundheit: Hitze, Extremwetter und Zukunftssorgen können belastend wirken, doch psychische Stabilität lässt sich durch eine gute Tagesstruktur oder das Erleben von Selbstwirksamkeit gezielt stärken.

Gemeinschaft als Schlüssel zur Resilienz

Besonders die Gemeinschaft mit anderen Menschen spielt eine zentrale Rolle – Menschen mit stabilen sozialen Netzwerken sind widerstandsfähiger in Krisen. Gleichzeitig zeigt das Buch, wie entscheidend das Zusammenspiel aus individueller Vorsorge, Nachbarschaftshilfe und starkem Bevölkerungsschutz ist: Rund 1,8 Millionen Menschen engagieren sich bereits ehrenamtlich in Organisationen wie Feuerwehr, THW oder Hilfsdiensten und tragen dazu bei, dass unser Schutzsystem auch unter den Bedingungen des Klimawandels leistungsfähig bleibt.

Klimaanpassung ist damit weit mehr als technische Vorbereitung: Sie ist eine gemeinsame Aufgabe, die uns resilienter macht – als Einzelne und als Gesellschaft. Wer heute aktiv wird, schützt nicht nur sich selbst, sondern stärkt auch die Fähigkeit unserer Gemeinschaft, künftige Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

Zahlen und Fakten zur Klimaanpassung

Deutschland hat sich seit Beginn der Industrialisierung bereits um 2,5 Grad Celsius erwärmt – deutlich stärker als der globale Durchschnitt von 1,3 Grad.

Extremwetter nehmen zu: Hitze, Starkregen und Stürme verursachen steigende Schäden und gesundheitliche Belastung.

Bisher rund 1,8 Millionen Menschen engagieren sich ehrenamtlich im Bevölkerungsschutz
und sichern damit wichtige Teile der Klimaanpassung.

Klimaanpassung ersetzt den Klimaschutz nicht, sondern ergänzt ihn. Nur gemeinsam schützen beide Maßnahmen unsere Lebensqualität dauerhaft.

Autor: Tim Bartels,  UmweltBriefe, Dezember 2025


Zum Buch:  Buchseite – Meistens Einfach

Tipps des Bundesumweltamtes zur Klimaanpassung von Unternehmen:  Klimarisikoanalyse und Anpassung in Unternehmen | Umweltbundesamt

Faktencheck-Portale zum Überprüfen von Informationen:  CORRECTIV.Faktencheck;  Faktencheck bei dpa: Unsere Redaktion überprüft Behauptungen


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Tipps zur Klimaanpassung für alle

  1. 1.

    Warnsysteme & Notfallinfos. Installieren Sie die NINA-App des BBK, um frühzeitig vor Hitze, Starkregen und anderen Extremereignissen gewarnt zu werden. Halten Sie zusätzlich ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio bereit, da es auch bei Stromausfällen funktioniert und im Ernstfall oft die einzige Informationsquelle ist.

  2. 2.

    Erste Hilfe auffrischen. Viele Menschen haben sehr lange keinen Erste-Hilfe-Kurs mehr besucht. Dabei sollten Kenntnisse idealerweise alle 2 Jahre erneuert werden. Kurse von DRK, Johannitern, DLRG, ASB, Maltesern vermitteln aktuelle Maßnahmen, geben Sicherheit für Notfälle.

  3. 3.

    Hitzeschutz im Alltag. Vermeiden Sie körperliche Belastung in der größten Tageshitze, tragen Sie leichte, helle Kleidung. Trinken Sie viel und essen Sie leichte Mahlzeiten. Halten Sie Wohnräume kühl: morgens, abends lüften, tagsüber verschatten, Schlafräume in kühlere Bereiche verlegen.

  4. 4.

    Psychische Gesundheit stärken. Klimafolgen belasten viele Menschen. Aktiv zu werden – ob durch Klimaschutz oder persönliche Vorsorge – stärkt das Gefühl von Kontrolle. Ebenso wichtig sind soziale Kontakte: Ein stabiles Netzwerk erhöht die Widerstandsfähigkeit und hilft, Belastungen besser zu bewältigen.

  5. 5.

    Bevölkerungsschutz unterstützen. Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen sichern den Schutz bei Stürmen, Überschwemmungen oder Bränden. Rund 1,8 Millionen Menschen engagieren sich bereits
    ehrenamtlich. Eigenvorsorge entlastet Einsatzkräfte, freiwilliges Engagement stärkt das System – beides trägt zur Resilienz bei.

  6. 6.

    Falschinformationen vermeiden. Prüfen Sie Meldungen kritisch: Stimmen Quelle, Inhalt, Absender? Falschinfos sorgen für Unsicherheit und erschweren wirksame Anpassung. Nutzen Sie im Zweifel Faktenchecks und verbreiten Sie keine fragwürdigen Inhalte.

  7. 7.

    Klimaanpassung im Beruf angehen. Klimaanpassung betrifft alle Bereiche – von Energie und Verkehr bis hin zu Arbeit, Gesundheit, Infrastruktur. Im eigenen Umfeld lässt sich viel bewirken. und der Hebel ist groß. Guter Startpunkt ist eine Klima-Risikoanalyse zur Identifikation von Bereichen die es zu stärken gilt