Thema vom Bartels Blog ist der Blackout in Berlin zum Jahresbeginn 2026.
Berlin bei Nacht: Der Südwesten Berlins lag im Januar 5 Tage komplett im Dunkeln. Foto: Robert Debowski / Wikimedia Commons
21. Januar 2026 | Bartels Blog

Bartels Blog: Blackout und Jubiläum

Liebe Leserin, lieber Leser,

für das Land Berlin begann das neue Jahr desaströs: mit einem Anschlag auf die Infrastruktur der deutschen Hauptstadt. Der vier Tage und vier Nachte bei klirrender Kälte währende Blackout im Südwesten Berlins – ich war selbst betroffen – zeigte einmal mehr, dass sich Bürger:innen im Krisenfall plötzlich sehr nahestehen und gegenseitig unterstützen, aber auch dass der Katastrophenschutz katastrophal organisiert ist. Nichts davon will der Regierende Bürgermeister wissen, er hatte sogar Zeit, Tennis zu spielen. Geht’s noch?

„Alle Beteiligten wissen, dass wir ein Umsetzungsproblem beim Katastrophenschutz haben“, räumte Berlins DRK-Leiter Mario Czaja gegenüber dem Berliner Tagesspiegel ein. Es müsse geklärt werden, so Czaja, wer für was verantwortlich ist und wie die Abläufe sind, so der frühere Gesundheitssenator.

Was sich hier abspielte, könnte auch andernorts in Deutschland geschehen. Denn die Infrastruktur hierzulande ist kaum geschützt. Und das Kritis-Dachgesetz, das bundesweit helfen soll, Ausfälle zu verhindern, Störungen schnell zu bewältigen und die Funktionsfähigkeit kritischer Anlagen sicherzustellen, ist nach vierjähriger Beratung und Diskussion immer noch nicht verabschiedet.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt seit vielen Jahren, sich gegen solche Notfälle zu wappnen und individuell einen Notrucksack in petto zu haben. Der soll eine Versorgung daheim, in einer Notunterkunft oder bei Freunden oder Verwandten für die ersten 48 bis 72 Stunden sicherstellen. Ins Survivalkit gehört unbedingt ein Vorrat an Trinkwasser, ein paar Konserven, Gaskocher, Taschenlampe und ein batteriebetriebenes Radio, um die ersten Tage zu überstehen.

Eine Bürgerinfo zu diesem Thema, über Stromausfall und das Notfallgepäck, hatten wir Ihnen in der UmweltBriefe-Ausgabe 06/2025 angeboten. Bringen Sie unsere bewährte Ratgeberseite gerne in Ihren Mitteilungsblättern und Rathausnachrichten unter Ihre Bürgerinnen und Bürger.

Und damit bin ich endlich bei den UmweltBriefen angekommen: Wir feiern in diesem Jahr unser 30-jähriges Jubiläum. Trotz der Krisen, Katastrophen und mit hoffentlich schützenden Klimaanpassungskonzepten wünsche ich Ihnen ein erfolgreiches 2026. Kommen Sie gut durch ein Jahr neuer Herausforderungen. Und: Bleiben Sie dran!

Ihr Tim Bartels


Abbildung Redakteur Tim BartelsÜber den Autor:

Tim Bartels ist Chefredakteur der Zeitschrift  UmweltBriefe. Darin beschäftigt er sich mit den Themen Nachhaltigkeit, Energie, Abfall, Immissionsschutz, Mobilität, Klima- und Naturschutz, Stadtökologie, Umweltmanagement, Umweltrecht und Lokale Agenda 21. Er ist Träger des UmweltMedienpreises der Deutschen Umwelthilfe.