Symbolfoto Wortwolke zu den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen
18. März 2018 | Aktuelles

Unser Konsum ist der Flaschenhals zur nachhaltigen Entwicklung

Die im Jahr 2015 beschlossenen 17 Ziele und 169 Zielvorgaben für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, kurz SDG (Sustainable Development Goals), sind der Rahmen, an dem die Mitgliedstaaten ihre Politik bis 2030 ausrichten sollen. Zwischen den meisten SDG gibt es positive Wechselwirkungen, das heißt, sie können Fortschritte befördern: von der Beseitigung der Armut bis hin zur Gleichstellung der Geschlechter, widerstandsfähigeren Städten oder Maßnahmen zum Klimaschutz.

Doch es bestünden auch Zielkonflikte, die eine erfolgreiche Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele behindern können, wie eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) ergeben hat. „Ein Flaschenhals ist der verantwortungsbewusste Konsum“, sagt Studienleitautor Prajal Pradhan. Ihm zufolge gehen Verbesserungen des menschlichen Wohlbefindens, des wirtschaftlichen Wohlstands und der Lebensstile immer noch weitgehend mit einem Anstieg des Konsums einher – und damit auch einem wachsenden ökologischen Fußabdruck. Darunter wird die Fläche auf der Erde verstanden, die notwendig ist, um den Lebens-standard eines Menschen (unter den heutigen Produktionsbedingungen) dauerhaft zu ermöglichen. Das schließt Flächen ein, die zur Produktion von Kleidung und Nahrung oder zur Bereitstellung von Energie benötigt werden, aber auch zur Entsorgung von Müll oder zum Binden des durch menschliche Aktivität freigesetzten Kohlenstoffdioxids. Solche Zielkonflikte müssen erkannt, angegangen und gelöst werden, sagt Prajal Pradhan.

Die Ergebnisse der PIK-Studie verdeutlichen aber auch das enorme Synergiepotenzial im Kampf gegen Armut, Hunger und für Gesundheit und Wohlbefinden. Die Beseitigung der Armut und die Verbesserung der öffentlichen Gesundheit haben auch einen positiven Einfluss auf die meisten anderen SDG. So leben etwa rund drei Milliarden Menschen weltweit in Ländern, in denen die Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens mit der Bereitstellung von sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen einhergeht. Herauszufinden, welche Länder bereits von solchen Synergien profitieren, könnte helfen, von guter Praxis zu lernen. Ein weiteres Beispiel: Länder, die bereits mit nachhaltigen Städten in Zusammenhang gebracht werden können, scheinen auch beim Klimaschutz gut zu punkten – was ebenfalls auf ein starkes Synergiepotenzial hinweist. „Unsere Studie zeigt, dass die UN-Ziele zur nachhaltigen Entwicklung weit mehr sind als nur eine Ansammlung von Zielen, sondern ein System wechselseitiger Verstärkung. Während kein einzelnes dieser Ziele die Macht hat, die Welt allein zu verändern, können dies die SDG als Ganzes erreichen“, sagt Ko-Autor Wolfgang Lucht, Leiter des PIK-Forschungsbereichs Erdsystemanalyse. (PIK/tb)

Die Sustainable Development Goals (SDG) können Sie hier einsehen:  http://www.un.org/sustainabledevelopment/sustainable-development-goals/#