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17. Juni 2019 | Aktuelles

Umweltbewusstsein 2018 – große Unzufriedenheit

Nur noch 24 Prozent der Deutschen attestieren ihrer Kommune, genug für den Umwelt- und Klimaschutz zu tun – 2016 waren das noch 49 Prozent. Halbiert hat sich die Zustimmung auch für die Bundesregierung (von 34 auf 14 Prozent) und bei der Industrie (von 15 auf 8). Das ist eines der bemerkenswertesten Ergebnisse der neuen Umweltbewusstseinsstudie, die das Bundesumweltministerium (BMU) seit 1996 alle zwei Jahre durchführen lässt. Dazu wurden rund 4000 Personen im August und September 2018 befragt – also noch bevor die Fridays-for-Future-Bewegung so richtig Fahrt aufnahm.

Doch die Auswirkungen des Klimawandels habe man vielleicht zum ersten Mal so richtig zu spüren bekommen: Die Hitze und Trockenperiode machten vielen Menschen hierzulande zu schaffen. „Die Dringlichkeit des Klimaschutzes war also auch da schon in den Köpfen angekommen, aber noch nicht im Handeln“, liest Umweltministerin Svenja Schulze aus den Umfrageergebnissen. Denen nach halten 64 Prozent der Deutschen den Umwelt- und Klimaschutz für eine „sehr wichtige Herausforderung“ – das sind elf Prozent mehr als 2016 und ähnlich bedeutend wie soziale Gerechtigkeit (65) und Bildung (69). Dass sich das Mobilitätsverhalten deutlich ändern muss, sei weitgehend Konsens in der Bevölkerung, schreiben die Autoren der Studie. Doch die Verkwehrwende kommt nicht recht vom Fleck. Ein Grund dafür: „Die Häufigkeit der Autonutzung hat sich seit der letzten Erhebung 2016 kaum verändert.“ 70 Prozent der Befragten fahren mit dem eigenen Auto täglich oder mehrmals die Woche. Immerhin hat das Radfahren um zwei Prozent zugenommen. Und auch beim ÖPNV „zeigt sich eine leichte Zunahme der Nutzung“.

Auch das Bienensterben, die Luftverschmutzung in den Städten und der Plastikmüll in den Ozeanen führe den Menschen „vor Augen, wie sehr unsere natürlichen Lebensgrundlagen gefährdet sind“, sagt die Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA) Maria Krautzberger. „Der Zustand der Umwelt wird deutlich schlechter bewertet als früher.“ Nur 60 Prozent schätzen die Umweltqualität in Deutschland als gut ein, vor zwei Jahren waren es noch 75 Prozent.

Autor: Tim Bartels, aus:  UmweltBriefe , Juni 2019.
Zur Studie des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes:  umweltbundesamt.de