Ein Mann hält ein auseinandergebautes Smartphone in der Hand, um es zu reparieren.
14. März 2018 | Aktuelles

Smartphones & Co: Nachhaltigkeitstaste fehlt

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 1,7 Millionen Tonnen neue Elektrogeräte und mehr als 24 Millionen Smartphones verkauft. Gleichzeitig werden vom anfallenden Elektroschrott aber nur etwa vierzig Prozent korrekt gesammelt. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nach einer Studie, in der sie 25 Hersteller, Telefon- und Internetanbieter am Beispiel von Smartphones, Festnetztelefonen und Routern unter die Lupe genommen hat. Die Branche der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) sei mitverantwortlich für enormen Ressourcenverbrauch und „immer größer werdende Schrottberge“, kritisiert der Umweltverband. Erhebliches Verbesserungspotenzial bestehe bei der Option zur Reparatur, schreibt die DUH. Hersteller von Smartphones und anderen Geräten müsse man viel stärker als bisher in die Pflicht nehmen, Originalersatzteile zu verhältnismäßigen Kosten anzubieten.

Auch sollten sie für die erwartete Lebensdauer der Geräte kostenlose Reparaturanleitungen und Software-Updates zur Verfügung stellen. Hier nennt die Studie als Vorbilder die Unternehmen Asus, Fairphone, Shift und Zyxel. Die DUH verweist auf geschätzte 120 Millionen Handys, die in Schubladen schlummern. Wegweisend sei der Smartphonehersteller Shift, der ein Pfand in Höhe von 22 Euro erhebe, um die Wiederaufbereitung ausgedineter Geräte zu gewährleisten.

Von der Bundesregierung fordert die DUH, umweltfreundliche Dienstleistungen und Produkte finanziell zu fördern und Standards zum Ökodesign festzulegen. Die DUH-Studie liefert Antworten zu Fragen der Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in der IKT-Branche und zeigt anhand positiver Ansätze, dass mehr Umweltschutz bei Smartphones und anderen Elektrogeräten möglich ist. Hieraus werden Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Verbraucher und die Politik abgeleitet.

Die DUH-Studie steht hier zum Download bereit:  www.duh.de/aktuell/nachrichten/aktuelle-meldung/studie-zu-smartphones-und-co-eine-branche-ohne-nachhaltigkeit