Stapel von Platikmüll auf einem Recyclinghof
15. März 2018 | Aktuelles

Megathema Ressourcenproduktivität

Wie lassen sich ein schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen und gleichzeitig ein hoher Lebensstandard erreichen? Dies beleuchtet die Deutsche Bundesstiftung Umwelt anhand einer Strategie zur ressourceneffizienten Werkstofftechnologie. „Unterschiedliche Werkstoffe von Metallen über Keramik, Glas, anorganische Bindemittel, polymere Kunst- und Naturstoffe bis hin zu Halbleitern bieten ein hohes Innovations- und Ressourceneffizienzpotenzial“, heißt es in dem achtseitigen DBU-Fachinfo. Die Ressourceninanspruchnahme müsse so weit sinken, dass die Tragfähigkeit der planetaren Systeme erhalten bleibt und den zukünftigen Generationen Ressourcen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. „Gleiches gilt für die Feinverteilung von Stoffen, die Ressourcen nicht rückholbar macht“, sagt der DBU-Referatsleiter für Emissionsminderung und Ressourceneffizienz, Jörg Lefèvre:

„Hierfür kann die Kreislaufwirtschaft einen wichtigen Beitrag leisten. In der Kreislaufwirtschaft wird der Wert von Produkten und Materialien erhalten. Abfall und Ressourcenverbrauch werden minimiert, und wenn ein Produkt sein Lebensende erreicht, wird es wiederverwertet, um neuen Wert zu schöpfen.“ Dies bedeute jedoch gerade bei beschichteten Oberflächen und Verbundwerkstoffen eine Herausforderung: Oftmals lassen sich die einzelnen Werkstoffbestandteile nämlich „nicht wirtschaftlich“ voneinander trennen und sind mit herkömmlichen Recyclingverfahren nicht zurückzugewinnen. Beispiele dafür sind Konservendosen aus verzinntem Stahlblech, dem sogenannten Weißblech: Beim Recycling verteilt sich das knappe Metall Zinn in der Stahlschmelze. Dadurch geht es technisch irreversibel verloren und beeinträchtigt obendrein die Qualität des wiedereingeschmolzenen Stahls.

„Produkte müssen so konzipiert und gefertigt werden, dass ihre Bauteile und die darin enthaltenen Stoffe auf einem möglichst hohen Werterhaltungsniveau rückholbar sind, zum Beispiel durch geeignete Werkstoffauswahl, Produktaufbau und Produktdokumentation“, erläutert Lefèvre. Beispielsweise gelinge die Rückgewinnung der Fasern aus Carbonverbundwerkstoffen – bekannt aus der Luftfahrt-, Wind- und Freizeitindustrie – sowie von Polyurethan-Blockweichschaumstoffe aus der Produktion von Matratzen und Polsterungen, um sie für die Produktion von Neuware wiederzuverwenden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist es laut dem DBU-Fachinfo, Rohstoffe zu ersetzen, die unter umweltschädigenden beziehungsweise nicht sozialverträglichen Bedingungen gefördert werden oder die knapp werden können. Beispiele sind Kobalt, Indium, Platingruppenmetalle oder einige Metalle der Seltenen Erden. Doch nicht nur die verschiedenen Ressourcen selbst, sondern auch der Umgang mit ihnen bietet Ansätze für Ressourceneffizienz. Geschäftsmodelle wie Leasing (Leihen) oder Sharing (Teilen) befriedigen die Bedürfnisse von Kundinnen und Kunden ressourceneffizienter als Geschäftsmodelle, die auf dem Verkauf einer möglichst großen Menge eines Produktes basieren. Auch die Digitalisierung eröffnet Möglichkeiten, Ressourcen einzusparen. Stichworte sind hier die dezentrale Fertigung oder das Internet of things (IoT). Und noch ein weiteres Kriterium ist für den Erfolg der Kreislaufwirtschaft ausschlaggebend: Die Akzeptanz durch Produzenten, Anwender, Nutzer und Kunden. (DBU/tb)

Die DBU-Fachinfo „Material mit Möglichkeiten: Ressourceneffiziente Werkstofftechnologie als Beitrag zur Nachhaltigkeit“ steht zum Download bereit unter  https://www.dbu.de/doiLanding1483.html.