Tabelle mit Bewertungskriterien des IÖW-Rankings
©IÖW, future: Tabelle der Bewertungskriterien für KMU aus „Jahrbuch Nachhaltigkeit 2018“, metropolitan
17. Mai 2018 | Aktuelles

CSR-Berichtspflicht wirkt

Die seit Jahresbeginn für große Unternehmen in Kraft getretene Verpflichtung, über ihre Corporate Social Responsibility (CSR) zu informieren, beginnt, erste Früchte zu tragen.

Nach einer Befragung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Unternehmensinitiative Future geben 57 von 100 Unternehmen an, sich nun „systematischer als zuvor mit Nachhaltigkeitsrisiken ihrer Geschäftstätigkeit“ auseinanderzusetzen. „Immer mehr Unternehmen stellen sich darauf ein, dass Transparenz in Sachen Umwelt- und Sozialbelangen zu den Standards guter Unternehmenskommunikation gehört“, erläutert Projektleiter Christian Lautermann vom IÖW die Ergebnisse. Während viele Unternehmen eine verpflichtende CSR-Berichterstattung in der Vergangenheit eher ablehnten, stehen nun etwa 80 Prozent der befragten Unternehmen der CSR-Berichtspflicht positiv gegenüber. „Indem sie sich nun auch qua Gesetz mit Nachhaltigkeitsthemen und -risiken auseinandersetzen, entdecken Unternehmen zunehmend deren Relevanz für die eigene geschäftliche Entwicklung“, erläutert Lautermann.

Zum zehnten Mal ermitteln das IÖW und Future dieses Jahr, welche Unternehmen über ihre soziale und ökologische Verantwortung am besten Rechenschaft ablegen. Im Ranking für Großunternehmen werden die Berichte der 100 größten deutschen Unternehmen geprüft. In das Ranking für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) werden Berichte von Unternehmen einbezogen, die nicht mehr als 5000 Mitarbeiter/innen oder nicht mehr als 500 Mio. Euro Jahresumsatz haben. „Für das Ranking 2018 haben wir die Bewertungskriterien überarbeitet“, erläutert Udo Westermann von Future. Erstmals werden bei Großunternehmen Kriterien wie Produktverantwortung, Verantwortung in der Lieferkette, oder Interessen der Mitarbeiter/innen branchenspezifisch gewichtet. „Hierdurch wollen wir dem Umstand Rechnung tragen, dass bestimmte Kriterien für einzelne Branchen von unterschiedlicher Relevanz sind“, sagt IÖW-Rankingleiter Christian Lautermann. „Viele Unternehmen schätzen diese Kriterien als Orientierungshilfe für die eigene Berichterstattung, wie unsere Befragung erneut bestätigte. Insbesondere KMU greifen stark darauf zurück.“

Die Teilnahmebedingungen für das Ranking stehen unter  www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de.

Einreichungsfrist für die Berichte von Großunternehmen ist der 30. Juni 2018, KMU können sich bis zum 31. Juli 2018 um eine Teilnahme bewerben.