Beispiel für erfolgreiche Entsiegelung: Der Rosalia-Wenger-Platz beim Bahnhof Wankdorf in Bern
Der Rosalia-Wenger-Platz beim Bahnhof Wankdorf in Bern ist ein erfolgreiches Beispiel aus der Schweiz für Entsiegelung. Foto: Hadi, Wikimedia Commons
28. Juli 2026 | Klimaschutz und Klimaanpassung

Entsiegelung: Abpflastern fürs Stadtklima

Förderung für Entsiegelung, Grünflächengestaltung und Baumpflanzungen

Dieses Jahr noch können sich Kommunen die Wiederherstellung von Bodenfunktionen fördern lassen. Die Förderrichtlinie „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ (FRL NKK) läuft noch bis Ende dieses Jahres.

Gefördert werden neben der Entsiegelung von Boden (Modul D) vor allem eine naturnahe Grünflächengestaltung (Modul A), Baumpflanzungen (B) sowie Naturoasen in innerörtlicher Lage oder am Ortsrand (C). Außerdem sind weiterhin Personalkosten, Planungsleistungen, Dienstleistungen Dritter und Anschaffungen im Rahmen der Module förderfähig.

„Die Entsiegelung von Boden spielt einemzentrale Rolle in der Gestaltung klimaresilienter Städte und Landschaften“, heißt es im aktuellen Bodenschutzbericht der Bundesregierung.

Jede entsiegelte Fläche verbessert das Stadtklima

Jede entsiegelte Fläche verbessert das Stadtklima, fördert die Biodiversität und hilft, Hitzeinseln zu reduzieren. Förderwürdig seien sowohl Umwandlungen nicht mehr benötigter Industrie- oder Gewerbebrachen im großen Maßstab, als auch kleinere (Teil-)Entsiegelungen von Platzen und Straßen zur Schaffung versickerungsfähiger Beete und offener Wassersenken.

Auch der Rückbau von vollständig versiegelten Parkplätzen würde neue Flächen für die Stadtnatur mobilisieren. Beispiele in Kommunen zeigen, wo im Siedlungsbereich Boden rekultiviert und ökologische Funktionen wiederhergestellt werden.

Praktische Beispiele:  Frankfurt am Main, Berlin, Mannheim

Bundesweiter „Meister im Entsiegeln“ ist Frankfurt am Main. Deren Magistrat hat 2024 ein Konzept entwickelt, um Flächen ökologisch zu verbessern und die Lebensqualität zu erhöhen. Mit Erfolg: Die Stadt gewann 2025 den bundesweiten Wettbewerb „Abpflastern“ mit 48 525 entfernten Pflastersteinen, was etwa 970 m2 Fläche entspricht.

Auch Berlin bemühe sich, zurückzubauen und den Boden, wo möglich, dauerhaft zu entsiegeln, heißt es im Umweltatlas Berlin. Demnach befinden sich in einem Kataster 197 potenzielle Flächen, wovon 39 bereits entsiegelt und 10 teilentsiegelt wurden.

Mannheim hat ebenfalls ein GIS-basiertes Entsiegelungskonzept, nach dem z. B. der Habichtplatz erfolgreich vom Pflasterstein befreit werden konnte und wo eine neue „grüne Quartiersmitte“ entstanden sein soll.

Weniger CO2, weniger Hitze und bessere Lebensqualität

Die Wiederherstellung natürlicher Bodenfunktionen dient somit nicht nur der Klimaanpassung und CO2-Reduktion, sondern steigert auch Wohnwert und Lebensqualität.

Autor:  Tim Bartels.aus der Ausgabe 6 der  UmweltBriefe.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Zuschuss Nr. 444; Informationen der KfW-Bank zur Förderung:  FAQ NKK-Natürlicher Klimaschutz in Kommunen

Eintrag zur Förderung in der Förderdatenbank des Bundes:  Förderdatenbank – Förderprogramme – Natürlicher Klimaschutz in

Wettbewerb für Städte und Gemeinden „Abpflastern„:  abpflastern – abpflastern

Zum Entsiegelungskonzept  von Frankfurt am Main:  Entsiegelungskonzept | Frankfurt Gestalten