Energy Sharing: den Strom vom heimischen Hausdach mit den Nachbarn teilen
Energy Sharing: den Strom vom heimischen Hausdach mit den Nachbarn teilen. Foto: vejaa, AdobeStock
28. Juli 2026 | Energie und Wärme

Energy Sharing: Ökostrom vom Sport-Hallendach zum Rathaus

Seit dem 1. Juni dieses Jahres ist das im § 42c des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) verankerte Energy Sharing in Deutschland möglich. Damit kann Solarstrom vom Dach, der in der Regel nicht komplett direkt im selben Gebäude verbraucht wird, übers öffentliche Netz bilanziell an die Nachbarschaft geteilt bzw. verkauft werden.

Smart Meter Voraussetzung

Doch da man Stromerzeugung und -verbrauch korrekt messen und abrechnen können muss, benötigen die Beteiligten Smart Meter mit viertelstündlicher Leistungsmessung. Deutschlandweit hatten aber erst 5,5 Prozent aller Haushalte einen intelligenten Zähler, berichtet die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).

Am weitesten unter den zehn größten Netzbetreibern sei die Stromnetz Berlin mit 53 Prozent Abdeckung. „Es gibt auch Netzbetreiber, in deren Netzgebiet der Smart-Meter-Rollout bereits abgeschlossen ist“, schreibt die AEE: Zum Beispiel für die Stadtwerke in Lübz in Mecklenburg-Vorpommern seit Ende 2024.

Energy Sharing betrifft Photovoltaik-Dachanlagen, von denen derzeit 4,5 Millionen oder 77 GW auf Gebäuden in Deutschland installiert sind. Am meisten finden sich in Bayern (1 128 318), NRW (808 923) und im Südwesten (763 989). In Stadtstaaten sind über 90 Prozent der Dachsolarkraftwerke „bauliche Anlagen“.

Energy Sharing für Kommunen interessant

Auch Kommunen sind daran interessiert: Lokal erzeugter Ökostrom von einer Liegenschaft ließe sich für energieintensive Prozesse verwenden – z. B. in der Abwasserbehandlung oder in Schwimmbädern. Das setzt aber zusätzliche Prozesse in Abrechnung und Verwaltung voraus. Und da der Strom über das öffentliche Netz geleitet wird, fallen für jede genutzte Kilowattstunde Netzentgelte an, obwohl der Strom vor Ort produziert wurde.

Kommunen sollten deshalb zuerst auf den eigenen Bestand schauen: Gibt es Gebäude mit hohem Stromverbrauch, auf denen keine oder nur sehr kleine PV-Anlagen möglich sind? Wird diese Frage mit Ja beantwortet, lohnt sich eine genauere Prüfung.

Autor:  Tim Bartels.aus der Ausgabe 6 der  UmweltBriefe.

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RENEWS KOMPAKT Nr. 74 / Mai 2026. Wie „Strom teilen“ in der Nachbarschaft funktioniert und welche Projekte es bereits in den Bundesländern gibt:  Publikationen – Agentur für Erneuerbare Energien

Informationen der Bundesnetzagentur:  Bundesnetzagentur – Energy Sharing